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Mein Name ist Charon vom Herzogshut, ich bin ein wunderschöner apricotfarbener Großpudel und am 24.12.2002 geboren. Ich hatte 10 Geschwister und es war immer sehr lustig. Am 4. März 2003 kamen auf einmal eine Frau und ein Junge zu uns auf Besuch und haben mich genau angesehen und mit mir gespielt. Der Junge hat gesagt, ich bin genau der Hund, denn er sich immer gewünscht hat und Nero wird sicher auch mit mir viel Freude haben. Ich habe später dann erfahren, dass Nero der Schäferhund war, der bei meiner jetzigen Familie gelebt hat und der wurde von allen sehr geliebt. Nero war aber sehr krank und er sollte nicht mehr lange leben, daher dachten sie, ein neuer Hund und zwar einer, der ganz anders aussieht als Nero, muss wieder ins Haus, also ICH! Am 8. März war es dann so weit, ich wurde von meinen neuen Besitzern abgeholt. Meine Mama hat ganz traurig geschaut, wie sie mich mitgenommen haben und ich hatte fürchterliche Angst und wusste nicht, was jetzt mit mir passieren wird. Meine neuen Besitzer waren auch sehr traurig und ich habe dann gehört, wie sie zu meinem alten Frauchen gesagt haben, dass sie gestern Nero einschläfern mussten und ich zu spät komme, um ihn aufzuheitern. Zuerst habe ich im Auto geweint und war ganz traurig, obwohl mich mein neues Herrchen ständig gestreichelt und mit mir geredet hat. Irgendwann bin ich dann aber einfach eingeschlafen, weil ich schon so müde war. Ich bin aber später wieder aufgewacht, weil mir so schlecht war und dann habe ich in mein Körbchen erbrochen. Das Frauchen hat dann gesagt, der arme Hund, 2 km vor dem Ziel ist ihm doch noch schlecht geworden. In meinem neuen Zuhause habe ich mich gar nicht richtig bewegen getraut, da alles so fremd gerochen hat und ich noch immer solche Angst hatte. Mir war auch sehr kalt, weil mir doch meine Geschwister zum kuscheln gefehlt haben. Alle haben sich aber sehr um mich bemüht und mich gestreichelt und mit mir geredet. Ich bin dann richtig neugierig und mutig geworden und habe herumgeschnuppert und mir einen Teil des großen Hauses angesehen. Ich konnte aber nicht überall hin, weil das Frauchen sagte, dass ich erst „rein“ werden muss, bevor ich ins Wohn- oder Schlafzimmer darf. Die erste Nacht ganz alleine in meiner Hundebox war für alle ganz schlimm, weil ich ständig geweint, gewinselt und auch gebellt habe. Auf einmal ist Frauchen richtig zornig geworden und hat mit der Hand auf das Gitter geschlagen, da war es bereits ein Uhr früh. Ui, da habe ich mich erschrocken und gemerkt, dass es besser ist, wenn ich jetzt ruhig bin, sonst wollen sie mich vielleicht nicht mehr. Ich habe dann die ganze Nacht gut geschlafen und in der Früh hat alles ganz anders ausgesehen. Alle waren noch da, ich durfte in den großen Garten hinaus und ein gutes Futter bekam ich auch. Die ersten Wochen vergingen so wie im Flug, obwohl Frauchen immer wieder einmal böse wurde und sagte, sie bringt mich wieder zurück, wenn ich nicht bald lerne, im Garten mein Geschäft zu verrichten statt immer auf ihre Teppiche. Ich habe aber nicht verstanden, warum mein Frauchen da immer so böse wurde. Im Garten und beim Spazieren gehen habe ich doch darauf komplett vergessen, weil es doch so viel zu sehen und zu schnuppern gab. Wenn wir dann müde von unseren Ausflügen zurückgekommen sind, musste ich doch noch schnell mein Lackerl oder Hauferl und oft auch beides machen und das ging eben auf dem warmen weichen Teppich am Besten und danach bin ich auch immer gleich ganz brav auf meinen Platz gegangen und habe geschlafen. In der Zwischenzeit bin ich aber schon viel größer geworden und weiss auch meistens schon, wo ich hinmachen darf und wo nicht und vor allem wann. Aber ab und zu kann es schon passieren, dass mich Frauchen fragt, ob ich Gassi gehen muss und ich nicht zuhöre und dann halt wieder ausgeschimpft werde, weil es doch wieder im Haus passiert ist. Heute war kein schönes Wetter, es hat geregnet und geschneit und es war sehr kalt und auch sehr windig. Frauchen hat mich aber ins Auto gepackt und ist mit mir weggefahren. Ich musste am Nachmittag ganz lange in einer stinkenden Stadt, in der es auch sehr laut war und viele Autos fuhren und Menschen herumliefen, spazieren gehen. Ich sage euch, da habe ich mich ganz klein gemacht und gezittert habe ich, weil es doch so kalt und nass war. Gefürchtet habe ich mich nicht, da bin ich doch schon viel zu groß dazu, oder vielleicht doch ein klein wenig. Am liebsten hätte ich mich in einer Ecke versteckt oder gerne ganz knapp an den Hausmauern entlang gegangen. Frauchen ließ mich aber nicht und sagte, ein großer Hund muss das alles lernen und darf auch in einer lauten und stinkenden Stadt mit Autos und Menschen keine Angst haben. Irgendwann hat sie dann gesagt, dass ich es schon sehr gut mache und dass es jetzt reicht und dann habe ich im Auto eine besonders leckere Belohnung bekommen und habe danach herrlich geschlafen und von stinkenden und fauchenden Blechwürmern geträumt, die ich immer fangen wollte. Es gibt natürlich auch viele interessante Sachen zu sehen und zu berichten und Frauchen schreibt auch immer wieder einen Brief an meine Eltern um ihnen alles zu erzählen, was wir so erleben. Ein Brief schildert ihnen meine ersten Erlebnisse in der Welpenschule, wo es ganz besonders lustig ist. Hallo liebe Eltern, heute hatte ich meinen ersten Tag in der Welpenschule. Da gab es natürlich viel zu sehen. Es waren viele neue Düfte und ich habe auch viele große und kleine Freunde gewonnen. Ich wurde auch von allen bewundert, weil ich so ein schöner und freundlicher Hund bin. Mein Herrchen hat mich aber auch ordentlich gebürstet, bevor wir in die Hundeschule gefahren sind. Was ich da alles machen konnte mit meinem Herrchen, das war echt toll. Ich konnte spielen und toben, musste aber auch viele Aufgaben bewältigen. Einige davon waren ganz schön anstrengend, vor allem das Gehen in der Menschen- und Hundemenge. Meine Lehrerin hat gesagt, dass ich das alles schon ganz toll mache, obwohl ich heute erst das erste Mal da bin. Aber das Schönste war der Hindernis-Parcours. Davon konnte ich gar nicht genug kriegen. Durch den Tunnel zu klettern war der allergrößte Spaß und ich drehte mich immer wieder um und kletterte auch gleich wieder zurück. Am Liebsten hätte ich gar nichts anderes mehr gemacht, aber auch der Balken, die Matten und Gitter waren viel zu interessant, sodass ich auch dort mehrmals darüber laufen oder klettern musste. Jetzt bin ich aber so müde, dass ich nur mehr schnell gefressen und meine Belohnung kassiert habe. Diese Schweineohren, die ich für besonders brave Leistungen erhalte, sind echt das Beste und mit vollem Bauch schläft man auch so herrlich. Wahrscheinlich werde ich jetzt von meinen Erlebnissen träumen und mich freuen, dass ich nächsten Samstag wieder in die Schule gehen darf. Herrchen hat versprochen, dass er wieder mit mir hingeht. Liebe Grüße von eurem todmüden, aber glücklichen Charon Ach ja, in der Zwischenzeit war ich auch bei einer internationalen Hundeausstellung. Ich muss doch wissen, ob ich mich dort auch einmal in einen Ring stellen soll. Da waren aber viele große und kleine Hunde und außerdem gab es auch viel zu sehen und zu riechen. Ich habe auch große und kleine Brüder und Schwestern getroffen und alle haben gesagt, dass ich so lieb bin.Ich darf mit meiner Familie fast überall mit hin, weil ich so brav bin. Wir haben auch öfters Besuch und dann bin ich immer ganz brav, damit ich wieder eine Belohnung bekomme, nämlich „Schweineohren“!
Liebe Eltern! Ich muss Euch wieder einmal berichten, wie gut es mir geht und welchen Spaß ich mit meiner Familie habe, vor allem mit Herrchen. Also jetzt weiss ich endlich, wo ich meine Hauferl und Lackerl hinmachen darf und dafür werde ich auch immer ganz toll gelobt. Ich war mit Herrchen am Samstag schon zum dritten Mal auf dem Abrichteplatz. Es gibt nichts Schöneres für mich, als dort mit Herrchen und den vielen Hunden zu spielen. Ich weiss jetzt schon, wann wir immer fahren, denn da nimmt Herrchen eine Bauchtasche und füllt sie mit meinen Lieblingsleckerli (Extrawurst oder Leberkäse) an und dann packt er auch noch mein Lieblingsspielzeug ein und ab geht es. Ui, da bin ich aber immer ganz aufgeregt. Am Abrichteplatz sagen alle, mein Herrchen und ich sind die Jüngsten aber auch die Besten im Welpenkurs. Es macht mir aber auch so richtig Spaß, alles, was mir Herrchen sagt und zeigt, zu machen. Je besser ich alles mache umso mehr knuddelt mich mein Herrchen und die Leckerli sind natürlich auch nicht zu verachten. Ich weiss jetzt auch schon, ob ich kommen, sitzen oder Platz machen muss oder gar aufstehen, obwohl mein Herrchen nur mehr meinen Namen sagt oder mit der Zunge schnalzt. Ich kenne an seinen Handbewegungen, was er von mir will. Besonders lustig ist es, wenn uns dann alle Menschen zusehen, wenn wir unsere "wortlosen" Übungen vorführen. Die können gar nicht glauben, dass wir erst 11 1/2 Jahre und 3 1/2 Monate alt sind. Ich muss aber ganz schön aufpassen, dass ich keines der Kommandos überhöre oder übersehe. Mein Herrchen hat gesagt, dass er jetzt Ferien hat und den ganzen Tag mit mir verbringen wird. Hurra das wird aber schön, denn da können wir wieder gemeinsam toben und schlafen. Herrchen ist daher heute schon in der Früh mit mir eine große Runde gegangen. Da ich schon so ein großer und braver Hund bin, brauche ich auch nicht mehr in der Hundebox schlafen, sondern habe einen ganz tollen, kuschelweichen Polster für meinen Schlafplatz bekommen. Auf diesem Polster kann man so herrlich mit einem ordentlichen Anlauf darauf springen, das macht so richtig Spaß. Gestern haben wir wieder Menschen besucht und da ich dort so brav war und nichts angestellt habe, habe ich zur Belohnung eine Banane bekommen. Die schmecken ja so gut und Herrchen teilt die Banane ja immer mit mir, aber dieses Mal habe ich sie ganz für mich alleine bekommen. Zu diesen Menschen gehe ich bald wieder auf Besuch, denn die haben so leckere Sachen für mich, wenn ich brav bin und so schöne weiche Teppiche, wo man so herrlich schlafen kann. Frauchen hat gesagt, jetzt wird es aber Zeit, dass ich andere Zähne bekomme, denn sonst hat sie bald nichts mehr zum Anziehen, weil ich beim Spielen jede Jacke und jede Hose mit meinen scharfen Milchzähnen zerreiße. Dabei ist es aber doch so schön, wenn ich mit Frauchen im Garten fangen spielen kann und sie immer erwische, sie mich aber nicht, weil ich ja viel schneller bin. Ich habe jetzt auch schon ganz viele Freunde (Kinder und Hunde) und muss sie ständig am Gartenzaun begrüßen und beschnuppern. Mir geht es so richtig gut und jetzt muss ich mich beeilen, weil schon wieder jemand in den Garten geht und da muss ich ganz schnell mitlaufen.
Ich schreibe Euch bald wieder. Liebe Grüße und Frohe Ostern wünscht euch Charon und seine Familie
Die Osterfeiertage haben wir auch ganz gut überstanden, obwohl ich am Ostermontag mein Frauchen ganz schön verärgert habe. Sie hat sich so gefreut, dass sie einen wunderschönen Rhododendron bekommen hat, mit vielen Blütenknospen. Sie hat den Strauch in der Karwoche in den Garten gesetzt und ich habe ihr natürlich fleißig beim Graben geholfen. Ich bin ganz ehrlich, mir hat der Strauch auch sehr gut gefallen und somit habe ich am späten Nachmittag alle Blüten, viele Blätter und die Zweigspitzen abgerissen, weil sie so gut schmecken. Das hätte ich besser nicht machen sollen, denn da war Frauchen dann sehr zornig auf mich und hat mich den Rest des Tages nicht mehr angeschaut. Sie konnte einfach nicht verstehen, dass der schöne Strauch ideal war, um meine neuen Zähne auszuprobieren. Ich habe nämlich in der Karwoche bereits drei Zähne verloren und zwei sind schon nachgekommen. Sie sind zwar noch klein, aber es lässt sich sehr gut mit ihnen beißen.
Wenn Frauchen nicht arbeiten muss, dann darf ich in der Früh immer zu ihr ins Zimmer und vor dem Bett auf dem Teppich schlafen. Das ist echt super und so schön weich und kuschelig. Ich mag da gar nicht aufstehen, wenn Frauchen sagt, dass es jetzt Zeit für das Frühstück ist. Obwohl natürlich mein Futter schon sehr gut schmeckt und ich auch ziemlich viel Hunger habe. Heute wurde ich wieder abgewogen und ich haben bereits 12,80 kg, obwohl ich erst in 3 Tagen 4 Monate alt werde. Frauchen sagt, ich habe mein Gewicht schon mehr als verdoppelt und bin auch schon doppelt so groß geworden, seit ich hier wohne.
Dass ich groß geworden bin, dass habe ich schon selbst bemerkt, denn ich kann nicht mehr unter den Zaun durchkriechen und im Garten vom Nachbarn die Katzen jagen. Frauchen hat das gar nicht gerne gesehen und mich sowieso immer zurückgeholt und gemeint, wenn ich damit nicht bald aufhöre, dann werden wir mit dem Nachbarn noch Probleme bekommen, denn der ist ja immer so komisch und empfindlich.
Pferde habe ich auch schon beim Gassi gehen getroffen. Ich finde die ja sehr interessant und würde sie mir gerne näher ansehen, aber mein Frauchen sagt, sie hat panische Angst vor diesen Viechern und wird immer ganz komisch und rennt in die andere Richtung, eben ganz weit weg vom Pferd.
Ach ja und mit dem Herrchen habe ich im Garten Fußball gespielt. Er sagt, ich bin ein richtiger Ballkünstler und kann schon sehr gut dribbeln. Ich finde, Herrchen könnte noch viel mehr mit mir im Garten Ball spielen, dass ist richtig lustig.
Ich habe natürlich schon wieder was Neues gesehen, nämlich ein fürchterlich laut brummendes grünes Ding. Ich habe mich furchtbar erschrocken und bin gleich davongelaufen, aber dann musste ich es mir doch näher ansehen, denn mein Frauchen ist damit im Garten hin- und hergelaufen. Sie hat gesagt, daran muss ich mich gewöhnen, denn das ist ein Rasenmäher und den werde ich jetzt viel öfter sehen. Mit Herrchen habe ich mir dann einen Rasentraktor angesehen. Herrchen hat sich auf diese Maschine draufgesetzt und damit Lärm gemacht und ich musste zu ihm hinkommen und dann bekam ich Leckerli. Die Maschine hat mich aber gar nicht gebissen und zum Schluss habe ich auch den Lärm nicht mehr gehört.
In der Welpenschule habe ich am Samstag immer so ein lautes Krachen gehört, war aber so mit Spielen und Raufen beschäftigt, dass ich es mir nicht näher ansehen konnte. In der Pause haben dann alle gesagt, dass ich „schussfest“ bin und überhaupt auf die Knallerei nicht reagiere.
Jetzt war es immer so schön, die Sonne scheint und somit musste ich meinem Frauchen beim Giessen helfen. Sie war aber nicht sehr begeistert, wenn ich versuchte in den gelben dicken Wurm zu beißen, von dem sie sagt, dass es ein Gartenschlauch ist. Bei dem Ende, welches Frauchen in der Hand gehalten hat, ist aber so herrliches Wasser herausgekommen und da habe ich ständig hineinbeißen und durchlaufen müssen. Nachher war ich ein „getaufter“ Pudel und außerdem auch noch sehr schmutzig, weil ich doch noch ganz dringend ein Loch für die Blumen buddeln musste, sonst hätte ja Frauchen die Dahlien nicht hineinlegen können.
Ich verstehe ja wirklich nicht, warum Frauchen immer schimpft, dass sie bald keinen Garten mehr hat, wo ich ihr doch immer so fleißig bei der Arbeit helfe. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sie es geschafft hat, den großen Garten ohne meine Hilfe zu bearbeiten.
Also mit meiner Familie gibt es immer tolle Sachen zu erleben, da ist mir wirklich nie fad. Heute waren wir alle in einem Tierpark, weil das Wetter so schön war und mein Herrchen noch Ferien hatte. Es ist zwar nur ein kleiner Tierpark, aber ein ganz besonderer, denn dort sind Hunde auf das herzlichste willkommen. Einzige Bedingung ist, dass wir an der Leine gehen. Vergessliche Hundebesitzer können sich sogar Hundeleinen an der Kassa ausborgen und es gibt auch überall Wassernäpfe für uns Vierbeiner. Ich habe einige Hunde gesehen, aber die waren gar nicht so interessant wie die anderen Tiere die es dort gegeben hat. Ich habe Yaks, Wisent, Hirsche, Hühner, Gänse, Enten, Hasen, Löwen, Wildschweine, Bären, Ziegen, Schafe und noch vieles mehr gesehen. Es hat dort auch Wölfe gegeben, aber die sind ganz faul im Schatten gelegen und haben mich gar nicht begrüßt. Bei den Bären musste ich mich ordentlich recken und strecken, damit ich auch etwas gesehen habe. Die haben doch wirklich eine Steinmauer gemacht und darauf erst ein Gitter, wo ich hineinsehen konnte, nachdem ich mich mit meinen Vorderbeinen auf der Steinmauer abgestützt habe. Ich kann euch gar nicht sagen, was da für tolle Düfte waren und die vielen Spuren, die ich verfolgen musste. Das war vielleicht ein toller Nachmittag und die vielen Menschen, vor allem die Kinder, die alle mit mir spielen und kuscheln wollten. Sagt einmal ehrlich, habe ich nicht ein tolles und abwechslungsreiches Leben? Am Abend war ich aber wieder so müde, dass ich nicht einmal mehr viel Hunger hatte und das will bei mir etwas heißen, wo doch der Fressnapf von meinem Frauchen immer mit so guten Sachen gefüllt wird. Ich bin schon neugierig, was wieder als nächstes in diesem Haus passiert. Frauchen hat schon gesagt, dass wir morgen impfen gehen müssen, weil ich am Samstag schon eine Zecke hatte. Sie sagt, ich bin viel im Garten und im Wald unterwegs und durch die Zecken können Hunde Borelliose bekommen und das will sie nicht, dass ich so eine schlimme Krankheit bekomme. Mir macht es aber gar nichts aus, wenn wir zum Tierarzt gehen, denn der ist sehr lieb, streichelt mich immer und außerdem bekomme ich da immer so gute Leckerli. Mein Frauchen sagt zwar, dass das Katzenfutter ist, aber mir schmeckt es ganz vorzüglich. Der Tierarzt hat auch einen Hund, der heißt Bessy und ist ein ganz kleiner Jagdhund. Als ich das erste Mal dort war, war ich so groß wie die Bessy, aber jetzt bin ich ja schon viel größer und kann auf die kleine Hundedame hinuntersehen. Meine Größe hilft mir aber nicht viel, ich bekomme von ihr trotzdem eins über die Rübe, wenn ich frech werde.
Jetzt ist schon wieder einige Zeit vergangen und ich muss natürlich wieder ganz wichtige Dinge berichten.
Also mein Frauchen hat doch wirklich gesagt, dass ich ein fürchterlicher Zottelhund bin und überall Dreck im Haus verliere. Es wird Zeit, dass ich endlich einmal geschoren werde. Sie hat mit meinem früheren Frauchen telefoniert und einen Termin vereinbart. Gestern war es dann soweit und wir sind nach Herzogsdorf gefahren. Dort wurde ich von meiner Schwester Chanel begrüßt und in den Hundesalon begleitet. Zuerst wurde ich von allen bewundert und dann auf einen Tisch gestellt und gebürstet und genau angesehen. Als diese Prozedur beendet war und die beiden Frauchen sich über meine „Frisur“ geeinigt hatten, wurde ich auch noch in die Badewanne gesteckt und ordentlich eingeseift, damit aus mir ein schöner Hund wird. Anschließend mussten sie mich wieder trocken kriegen und das machten sie mit einem Turboföhn. Der Lärm hat mich aber gar nicht begeistert, aber mein Frauchen hat mich festgehalten und somit konnte ich nicht vom Tisch hinunter springen. Nach dem Föhnen wurde ich wieder gebürstet und dann sind sie mit einem brummenden Ding auf mich losgegangen und haben mir viele Haare abgeschoren, meine Ohren ausgeputzt, aber das hat mir am wenigsten gefallen. Dazwischen haben sie immer wieder gebürstet und geschaut und wieder mit dem brummenden Ding an mir herumgearbeitet und endlich waren sie zufrieden und ich wurde wieder vom Tisch herunter gehoben. Als ich unten war, musste ich mich einmal ordentlich schütteln und dann konnte ich endlich zur Wasserschüssel und mit meinem Herrchen schmusen. Der hat doch die Frechheit besessen und die ganze Zeit mit meiner Schwester gekuschelt. Aber aus meinem Vorhaben wurde wieder nichts, denn ich musste noch gemessen werden und da haben sie dann gesagt, dass ich bereits 52 cm groß bin und wunderschön aussehe, viel schöner als meine Brüder. Frauchen hat mich dann auch noch hingestellt und den Schwanz gehalten und Herrchen hat ein Foto gemacht, damit mich die Leute wieder im Internet bewundern können. Sie haben gesagt, diese Stellung muss ich jetzt üben, denn die brauche ich, wenn ich ihm Ausstellungsring stehe. Endlich war die ganze Prozedur vorbei und ich wollte wieder mit meinem Herrchen kuscheln, aber meine Schwester hatte sich schon zu ihm hingekuschelt und wollte mir keinen Platz lassen. Sie hat sogar richtig gekeift. Also wirklich, dass ist aber eine riesige Frechheit, mich anzuknurren, wenn ich schon so großzügig bin und ihr mein Herrchen borge.
Aber mein Herrchen hat meine Schwester weggeschubst und ist mit mir Gassi gegangen. In der Zwischenzeit haben die beiden Frauchen noch über die Ausstellungen und das Großpudeltreffen geredet und Gott sei Dank hat sie nicht auf meinen Futtersack vergessen. Ich dachte schon, wenn die so viel tratschen, dass sie auf das Wichtigste, nämlich meinen Futternachschub vergessen.
Ich habe mich richtig auf meine Hundebox im Auto gefreut, damit ich endlich schlafen konnte. So ein Schönheitsnachmittag ist aber ganz schön anstrengend.
Heute in der Früh wurde ich auch noch von meinem Frauchen abgewogen. Ich bin nicht nur groß sondern auch schon schwer, ich habe nämlich bereits 15,60 kg. Nach dieser Prozedur sind wir endlich Gassi gegangen und da wurde ich von allen bewundert und es haben uns ständig fremde Leute angesprochen, weil ich so schön bin.
Am Nachmittag durfte ich wieder mit meinem Herrchen auf den Abrichteplatz gehen, was ja immer sehr lustig ist. Ich wurde auch hier ganz besonders bestaunt, weil ich schon so ein großer und eleganter Hund bin. Da war ich aber mächtig stolz. Die Arbeit mit meinem Herrchen war heute allerdings nicht so lustig, weil er immer vergessen hat, mich anzuschauen. Ich habe ständig zu ihm hinaufgeschaut und aufgepasst, aber er ist nur so dahingestolpert und hat Löcher in die Luft geguckt. Ich habe dann auch gestreikt und getan wie wenn ich gar nicht wüsste, was der Befehl Platz und Bleib bedeuten soll, dabei habe ich das ja zu Hause schon mit Frauchen gelernt. Er weiss jetzt hoffentlich, dass ich beachtet werden will, wenn ich schon seinen Kommandos gehorchen muss. Frauchen hat sich eine Digitalkamera gekauft, damit sie viele Fotos von mir machen kann. Zu Hause hat sie mich noch im Garten fotografiert und natürlich auch dann, wenn ich nicht damit gerechnet habe. Also so eine Frechheit müsst ihr euch einmal vorstellen, sie hat mich doch glatt beim Pinkeln fotografiert, also wirklich ungeheuerlich. Dass sie mich ständig dabei ertappt, wie ich in den Garten vom Nachbarn spähe, das bin ich ja schon gewöhnt, auch dass sie immer sieht, wenn ich mich wieder einmal hinter die „Absperrung“ verirrt habe, wo die Blumen und das Gemüse ist, aber dass ich jetzt nicht einmal mehr beim Pinkeln vor ihr sicher bin, also dass ist doch der Gipfel der Unverschämtheit. Am Abend gehen sie immer alle im Garten Schnecken fangen und dann haben sie ein fürchterliches Geschrei angesetzt, weil ich eine Schnecke auf meinem Vorderbein hatte. Frauchen meinte, dass muss sofort runter, dass ist ja fürchterlich ekelig und der grausliche Schleim auf meinen Haaren. Also wirklich manches Mal verstehe ich überhaupt nicht, was sie ständig hat. Ich bin schon neugierig, was wieder alles auf mich zukommt, denn morgen sollen ja wieder Menschen zu Besuch kommen, die ich noch nicht kenne. Aber darüber zerbreche ich mir heute nicht mehr den Kopf, denn ich bin schon sehr müde und werde jetzt auf meinen Kuschelplatz gehen und hoffentlich gut schlafen. Sicher ist das aber heute nicht, da wieder einmal der Freund von meinem Herrchen bei uns schläft und da ist es immer ziemlich unruhig im Haus. Ich hätte doch wetten können, dass es eine unruhige Nacht wird und um 2.30 Uhr ist Frauchen zornig geworden und hat mit Herrchen und seinen Freund Oliver ein „ernstes“ Wort gesprochen. Endlich konnten Frauchen und ich schlafen. Der Besuch war auch ganz lustig und ich habe auch Leckerli bekommen. Menschen die mit mir schmusen und Leckerlis bringen, können immer kommen. Am Montag war in der Nacht ein fürchterlicher Windsturm. Mein Frauchen hat das gesagt und ist im Garten verschwunden und hat etwas gemacht. Ich durfte leider nicht mit, wo doch sicher draußen jemand beim Gartentor war. Frauchen hat aber gesagt, dass war nur der Wind und ich soll nicht ständig bellen, da werden ja alle im Haus munter. Auf den Balkon hat sie mich aber mitgenommen und da habe ich dann gesehen, dass es wirklich der Wind war, der alles herumgewirbelt hat und nicht Einbrecher, wie ich vermutet habe. Beim Tierarzt waren wir auch schon wieder und der kann es gar nicht fassen, was ich schon für großer und schöner Hund geworden bin. Überhaupt jetzt, wo ich doch so eine schöne Frisur habe. Leider ist es für heuer das letzte Mal, dass ich den Tierarzt besuchen konnte und von ihm das gute Katzenfutter zur Belohnung bekam. Ich muss erst nächstes Jahr wieder impfen gehen. Frauchen hat aber gesagt, wir werden ihn einmal beim Gassi gehen in seinem neuen Haus besuchen. Trotz des vielen Regens in den letzten Tagen musste ich wieder fleißig im Garten arbeiten, wobei leider Frauchen wieder einen Anfall bekommen hat, weil die kleinen Bällchen die ich im Garten gefunden habe Zwiebeln sind und nichts für mich zum Spielen. Die gut riechenden Blumen, die ich ihr gepflückt habe, hat sie auch nicht gewollt, denn das sind Verbenen und gehören in die Blumenkistchen und nicht in die Vase. Im Moment habe ich es nicht leicht, wo ich doch so viel Arbeit habe und ihr passt das alles nicht. Ich möchte ja nur wissen, wie geht es da euch mit euren Frauchen, sind die auch manches Mal so komisch? Wir waren am Sonntag beim Pudeltreffen. Ich habe zwar nicht gewusst, was dort sein wird und warum ich ständig gebürstet werde. Da ich mir aber gedacht habe, wenn es meinem Frauchen Spaß macht, mich zu bürsten, dann lass ich sie gewähren. Nach der „Schönheitsprozedur“ gab es noch Mittagessen und das hat ja schon die ganze Zeit so hervorragend gerochen. Dieses Grillhuhn war aber auch wirklich ganz köstlich und erst die Nachspeise, eine traumhafte Erdbeercreme. Nach dem Essen wurde ich dann ins Auto verfrachtet und wir fuhren nach Amstetten. Ich dachte schon, es geht in die Hundeschule, aber Frauchen ist einfach bei der Kreuzung gerade weitergefahren. Ich war vielleicht neugierig, wo wir da hinkommen. Auf einmal bog sie in eine Sandstraße ab und blieb gleich danach im Schatten unter Bäumen stehen. Sie hob mich aus dem Auto und da hat bereits mein früheres Frauchen und meine Schwester Chanel gewartet. Es war auch noch meine zweite Schwester Beryll dabei und ein anderer kleiner Pudel. Wie sich dann herausstellte, war das mein Bruder Cyrano mit seinem Frauchen. Wir marschierten dann alle gemeinsam auf ein Gartentor zu und dahinter gab es bereits viele Menschen und Hunde. Wir wurden von allen mit einem lauten Hallo begrüßt und dann begann die Vorstellerei, denn mein Bruder, ich und unsere Frauchen waren ja neue Mitglieder. Es wurde ein wunderschöner Nachmittag, mit gutem Fressen und vielen Spielen. Am liebsten habe ich aber mit meinem Bruder gespielt. Unsere Frauchen haben vereinbart, dass wir bald wieder einmal miteinander spielen dürfen. Aber es gab nicht nur viele Spiele, sondern auch Fotoshootings und einen Trainingsring. In der Mitte stand ein Mann (Hunderichter) und sah mich genau an und betastete mich und dann musste ich mit meinem Frauchen laufen. Ich habe meine Sache ganz gut gemacht, genau so wie meine Schwester und mein Bruder, obwohl wir die Jüngsten waren. Unsere Frauchen haben dann besprochen, dass wir im August in Maria Schmolln das erste Mal bei einer richtigen Ausstellung in den Ring gehen dürfen und dass wir vorher noch ordentlich gemeinsam üben müssen. Ich bin schon neugierig, ob das auch so lustig wird, wie der heutige Tag. Jetzt bin ich aber so fürchterlich müde und meine Beine sind auch schon so schwer. Mein Frauchen ist aber doch die Beste, den sie trägt mich heute ausnahmsweise die Stufen hinauf auf meinen Platz. Ich glaube, alleine hätte ich heute die hohen Stufen nicht mehr geschafft. In den letzten Tagen habe ich wieder einige Male Krieg mit Frauchen wegen ihrer Blumen bekommen, aber ansonsten war es herrlich. Dieses fürchterliche Donnern, zu dem sie Gewitter sagt, hat mich aber schon sehr erschreckt. Heute waren alle zu Hause, weil ein Feiertag ist und somit ist Herrchen bereits am Vormittag mit mir Spazieren gegangen, am Nachmittag ist Frauchen mit mir auf die große Wiese und am Abend konnte ich noch mit beiden Herrchen Rad fahren gehen. Am Anfang habe ich nicht gewusst, was das werden soll, aber auf dem Wiesenweg war es total lustig und ich habe die beiden sogar überholt. Das war vielleicht ein Spaß, dass ich schneller als die Radfahrer war. Ich hoffe, dass wir das bald wieder einmal machen. Jetzt hat mein Frauchen längere Zeit nichts eingeschrieben, weil sie ständig „Stress“ hatte. Ich habe ja keine Ahnung, was sie damit meint. Ich habe allerdings bemerkt, dass sie für mich nicht so viel Zeit zum Spielen gehabt hat. Sie ist aber auch zweimal hintereinander länger fort gewesen. Bei ihrem ersten „Kongress“ habe ich ja noch nichts gesagt, aber als sie gleich drauf noch einmal weggefahren ist, da habe ich gestreikt. Ich bin wie ein störrischer Esel gewesen und habe mich geweigert, mit Herrchen spazieren zu gehen oder gar das Haus zu verlassen. Ich habe nur schnell im Garten mein Geschäft verrichtet und dann sofort wieder die Tür bewacht, damit ich ja nicht übersehe, wann mein Frauchen nach Hause kommt. Es hat mir auch mein Fressen nicht geschmeckt, weil die restliche Familie das gar nicht so kann wie mein Frauchen. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe, wie mein Frauchen nach Hause gekommen ist. Ich konnte es bei der Begrüßung gar nicht mehr aushalten und habe ins Haus gepinkelt. Ich bin aber gar nicht ausgeschimpft worden. Frauchen hat mich trotzdem ganz toll abgeknuddelt und mit mir gekuschelt. Jetzt ist es immer so heiß und darum gehen wir meistens am Abend erst so richtig lange fort und wenn ich besonders brav war, dann gehen wir zum großen Bach, wo ich nach Herzenslust herumtoben darf. Das ist herrlich, obwohl ich danach immer tropfnass bin. Frauchen sagt immer, dass macht nichts, bis wir zu Hause sind ist das meiste wieder trocken. Es passieren so viele Dinge und die Zeit vergeht rasend schnell. Ich gehe noch immer jeden Samstag in die Welpenschule, aber nicht mehr mit Herrchen, denn der „muss“ jetzt immer ins Schwimmbad gehen. Mit Frauchen macht es aber auch Spaß und meine vielen Freunde sind auch immer gut drauf. Bevor wir zur letzten Schulstunde fuhren, waren wir noch auf dem Fußballplatz zum Essen. Ich wurde sehr gelobt, weil ich trotz der vielen Menschen und des Lärmes brav unter der Bank liegen geblieben bin und mich nicht gerührt habe. Zur Belohnung durfte ich am Nachhauseweg im Bach planschen, habe aber dann nicht kommen wollen und auch nicht anleinen. Frauchen ist da aber ganz schön wütend geworden und dann bin ich doch zu ihr hin. Leider ist mir aber später auch noch am Abrichteplatz allerlei Unfug eingefallen, von dem keiner so recht begeistert war. Alle meinten, dass ich in der Pubertät bin und versuche, meinen Kopf durchzusetzen. So ein Blödsinn, ich wollte doch nur meinen Spaß haben, was mir ja auch gelungen ist. Schade ist nur, dass jetzt am Abrichteplatz Sommerpause ist, wo es doch wieder so lustig war. Frauchen war aber nicht ganz so begeistert von mir, weil ich nicht sofort gekommen bin, sondern mehrere Aufforderungen gebraucht habe und weil ich heute wieder einmal am liebsten nur gerauft hätte mit den anderen Hunden. Ui, da hat mich Frauchen aber am Schopf gepackt und ordentlich geschüttelt und dann musste ich angeleint sitzen und zusehen wie sie spielten. Gott sei Dank ist dann mein Freund Chivas gekommen und mit dem konnte ich in der Pause ordentlich raufen. Leider wird man davon so müde und dann konnte ich nicht mehr springen und bin an der Hürde mit meinen Hinterpfoten hängen geblieben. Frauchen meinte, jetzt glaubt sie es aber, dass ich nicht mehr ganz dicht bin, weil ich über die kleine Hürde nicht drüber komme, zu Hause aber über den viel höheren Zaun problemlos und vor allem sehr schnell drüber springen kann. Irgendwie mache ich jetzt wieder alles falsch. Ständig vergesse ich, dass ich nicht über die Absperrung springen und Blumen ausbuddeln darf, dabei ist das doch so schön und der Dreck fliegt auch überall herum. Leider versteht da Frauchen überhaupt keinen Spaß und bindet mich immer am Nussbaum fest, damit ich nicht in den Blumen- und Gemüsegarten kann. Also wirklich, kein Spaß mehr. Vielleicht sollte ich es mir doch noch einmal überlegen und etwas braver werden. Es hat aber auch Vorteile, wenn ich nicht besonders brav bin, denn dann geht Frauchen mehr mit mir in den Wald und auf die große Wiese. Ich muss zwar an der Leine gehen, aber es ist trotzdem lustig, wenn sie sich viel mehr Zeit für mich nimmt. Eigentlich will ich ja nicht immer der „brave“ Hund sein, denn alle wollen. „Schlimm“ sein ist doch lustiger und viel kurzweiliger. Frauchen sagt auch, dass wir jetzt bald einmal Schwammerl suchen gehen und sie schon neugierig ist, was ich im Wald aufführe. Ob ich auch die Schwammerl melde so wie Nero es gemacht hat. Na ja, ich werde mir dass einmal ansehen und wenn es lustig ist, kann ich Frauchen ja den Gefallen machen. Die Zeit vergeht rasend schnell und die Ferien haben begonnen. Ich darf jetzt nicht mehr in die Welpenschule, dafür ist Herrchen zu Hause und geht jeden Tag mit mir spazieren oder er spielt mit mir. Aber leider war das nur für zwei Wochen. Auf einmal hat mein Frauchen so ein großes Ding gebracht, wo ich auch drinnen Platz habe. Sie sagt, dass ist ein Koffer und da muss sie jetzt alle Sachen für Herrchen einpacken, da dieser ja auf Ferienlager fährt und für drei Wochen sehr vieles braucht. Wie sie alles eingepackt hatten, haben sie auch mich ins Auto geladen, was ich ja überhaupt nicht mag und dann sind wir ganz schrecklich lange mit dem Auto gefahren. Wo ich doch mit dem Auto fahren so hasse. Wir sind auch stehen geblieben und ich konnte dort im Grünen herumgehen und bekam Wasser, aber das mag ich alles nicht, wenn sie mich mit dem Auto fortschleppen. Wie wir angekommen sind, sind wir ein Stück am See entlang spaziert und dann haben sie den Koffer ausgeladen und Herrchen hat sich von mir verabschiedet und wir sind den ganzen Weg wieder zurück gefahren. Am nächsten Tag habe ich zu Hause gestreikt und bin nicht fort gegangen, aber es war auch viel zu heiß. Es war überhaupt in den nächsten Wochen sehr heiß und so ist mein Frauchen immer erst am Abend mit mir spazieren gegangen. Das war immer sehr lustig, weil ich fast immer in einem Bach spielen durfte. Ich war dann so herrlich abgekühlt und nass! Frauchen sagte dazu immer dreckig, aber das macht nichts, es war einfach wunderschön. Ich war ja auch immer gut ausgerastet, da ich die Hitze im Haus auf den kühlen Fliesen so herrlich verschlafen konnte. So vergingen die drei Wochen wie im Flug und ich musste wieder ins Auto um Herrchen abzuholen. Wieder zu Hause ging es ans Auspacken und Wäsche waschen. Frauchen versteckte aber den Koffer nicht mehr, sondern stopfte da schon wieder viele Dinge hinein und dann kamen noch weitere Koffer und Taschen dazu und eine Tasche wurde auch mit meinen Sachen gefüllt. Da wurde weder auf meine Spielsachen noch auf meine Kuscheldecke und schon gar nicht auf das Futter und meine Schüsseln vergessen. Frauchen dachte an einfach alles und flugs saß ich schon wieder im Auto und ab ging die Fahrt. Sie war fast so lange, wie ein paar Tage zuvor, wo wir Herrchen abgeholt hatten. Am Ende dieser schrecklich langen Reise waren wir auf einmal bei einem Holzhaus mitten in einem riesigen Wald und ich durfte dort herumstreunen und bekam im Haus neben dem Bett von Frauchen meine Kuscheldecke hingelegt. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie gut es da überall duftete und ich durfte immer ganz alleine und ohne Leine hinausgehen. Ich war zwar kein ganz sauberer Hund, dafür aber ein glücklicher. Am Abend war ich dann todmüde und konnte nur mehr schnell meine Futterschüssel leer fressen und dann ab in mein Bett. Ich kann euch sagen, da habe ich vielleicht herrlich geschlafen und am Morgen ging es schon wieder weiter mit vielen neuen Sachen und wunderbaren Ausflügen mit meinem Frauchen, aber die erzähle ich euch später, wenn ich mich wieder etwas erholt habe. Bei den vielen Bergtouren die ich mit Frauchen gemacht habe, waren wir unter anderem auf dem Geierkogel 1917 m, Klippitztörl 1644 m, Hohenwart 1818 m und der Koralpe mit 2141m. Von den Kleinigkeiten mit ca. 1000 m gar nicht zu reden. Ach ja und die vielen Schwammerl die wir im Wald gefunden haben und die Kühe die es überall auf den Weiden gab, ich sag euch, der Urlaub war viel zu schnell vorbei und wir mussten wieder nach Hause fahren. Es ist natürlich auch zu Hause wunderschön und außerdem begann wieder die „Schulzeit“ für mich und ich musste jeden Samstag bei jedem Wetter in die Hundeschule gehen. Dazwischen gab es aber auch noch eine wunderschöne Abwechslung Wir haben einen Pudelwandertag gemacht und da waren meine Brüder und Schwestern mit ihren Herrchen und Frauchen dabei und wir konnte nach Herzenslust laufen, spielen und einfach nur herumtoben. Das war ein wunderschöner Tag und allen hat es gefallen und sie haben gesagt, dass sie das wieder einmal machen werden. Da bin ich aber neugierig, bis wann ich da wieder warten muss. Wenn es nach mir ginge, könnten wir das jeden Tag machen. Wie es wirklich schon ganz furchtbar kalt war, sagte sie, dass jetzt endlich die Prüfung ist und ich zeigen soll, was ich alles gelernt habe. Na ja, wenn sie meint, dass ich alles zeigen soll, dann mach ich es halt. Ist sie glücklich, dann bekomme ich doch immer besonders gute Leckerli. Nach den Übungen, die ja schon fad sind, weil ich sie alle kann, hat sie gesagt ich war ganz toll und dann habe ich Käse bekommen. Ich sag euch, denn gibt es so selten und dabei esse ich ihn so gerne. Sie hat ein Papier bekommen und sie hat gesagt, dass ist eine Urkunde und ich habe die BGH-A mit sehr gut bestanden. Es ist jetzt immer kälter geworden, aber das hat ja nichts ausgemacht und ich habe meine Tage mit fressen, schlafen, spielen und spazieren gehen verbracht. So verlief die Zeit wie im Flug und dann war auf einmal wieder so ein komischer und hektischer Tag, einfach ganz anders als sonst auch immer. Sie haben den Wald in das Wohnzimmer gebracht. Frauchen sagte, dass ist ein Christbaum und nicht für mich. Ich darf mich dort nicht spielen und mein Bein darf ich dort auch nicht heben und überhaupt müsse ich jetzt brav sein, weil sie wirklich keine Zeit für mich hat, wo doch noch so viel Arbeit zu verrichten ist. Bin ich halt brav gewesen und mit meinem Herrchen bei der Kälte spazieren gegangen. Als wir nach Hause gekommen sind, durfte ich nicht mehr ins Wohnzimmer, obwohl ich dort immer so gerne auf dem Teppich liege. Alle haben dann zu Abend gegessen und ich habe auch gute Sachen bekommen, denn ich hatte ja auch noch Geburtstag. Ich bin heute genau ein Jahr alt, ein richtiges Christkind eben. Nach dem Essen wurde wieder die Tür ins Wohnzimmer aufgemacht und ich sage auch, da war es jetzt schön. Der „Wald“ hat auf einmal ganz anders ausgesehen, er hat geglitzert und viele Kerzen haben gebrannt und darunter waren viele bunte Packerl. Ein paar haben ja ganz besonders gut gerochen, da musste ich gleich meine Nase hineinstecken. Auf einmal haben alle gelacht und gesagt: „Charon sucht sich schon seine Geschenke heraus“ und wirklich, ich habe ganz viele Packerl bekommen. Da gab es einen großen Ball, ein Huhn zu dem mein Herrchen immer sagt das ist „Herr Bogo-Hendl“ und das soll ich ihm bringen. Tu ich ihm halt den gefallen, wenn er sich so darüber freut. Ich habe aber auch ein neues Halsband und eine dazupassende Leine bekommen, weil ich doch schon so ein großer Hund bin und natürlich viele gute Sachen wie Kutteln, Schweineohren, Hundewurst und noch vieles mehr. Ich war dann aber wirklich müde vom vielen Schauen und spielen, dass ich richtig froh war, wie ich mit meinem Frauchen endlich schlafen gehen konnte. Einige Tage später machten sie wieder so ein Getue, weil doch Silvester war. Ich durfte an diesem Tag nur mit der Leine hinaus und auch immer nur ganz schnell und vor allem gingen wir nie auf der Straße sondern gleich immer über Wiesen und nie bei Häusern vorbei, soweit das bei uns eben möglich ist. Na ja, zuerst fand ich es ja komisch, später habe ich dann die Angst meines Frauchens verstanden, weil ständig irgendwo Knaller herumflogen. Bei dem großen Haus, wo wir leider vorbeigehen mussten, haben sie sogar aus einem Fenster mit solchen Knallern nach uns geworfen. Ich habe mich aber nicht gefürchtet, da ich doch schon ein großer Hundebub bin und außerdem mit meinem Frauchen kann mir sowieso nichts passieren. Spät in der Nacht, als ich schon ganz gut geschlafen hatte, hat es ganz fürchterlich zu Knallen und zu Krachen begonnen. Zuerst habe ich mich erschreckt, da aber alle beim Fenster gestanden sind und gesagt haben, wie schön das Feuerwerk ist, habe ich mich wieder auf meinen Platz gelegt und gewartet, dass ich wieder weiterschlafen kann. Die Tage vergingen und es gab dann auch viel Schnee. Im Schnee zu tollen war immer ganz herrlich und vor allem die vielen Schneebälle zu fangen. Ich hatte so ein richtig tolles Leben, außer wen Frauchen mit der Bürste kam. Wenn ich die nur gesehen habe, war ich schon im letzten Eck und ein paar Mal habe ich sie richtig angeknurrt. Da hättet ihr sie sehen sollen, wie sie wild geworden ist. Ein paar Mal war ich auch bei meinem alten Frauchen auf Besuch. Die hat sich immer gewundert wie groß und wie brav ich schon bin und dann hat sie mich immer in die Badewanne gesteckt und anschließend mit diesem fürchterlich laut brummenden Gerät bearbeitet. Das eine haben sie immer Fön genannt und das andere Schermaschine. Ich mag aber von beiden das Brummen nicht und habe auch da geknurrt. Da hab ich aber eine über die Rübe bekommen und einen Beißkorb gleich dazu. Ich glaube, dass sollte ich nicht zu oft machen, sonst mögen sie mich vielleicht nicht mehr. Nach dieser ewig dauernden Prozedur haben sie mich auch noch gemessen, fotografiert und dabei haben die Beiden immer gesagt: „Ach Gott, ist der Bub wieder schön“! Also irgendwie verging die Zeit wie im Flug und ich musste schon wieder in die Hundeschule gehen. Da wurde ich auch mit großem hallo begrüßt und vor allem waren da auch meine „alten“ Freunde Chivas und Filou aus der Welpenschule. Also Chivas ist vielleicht groß geworden und Filou ist noch immer so ein Schlingel. Es war wieder total lustig. Aber irgendwann fing es an, langweilig zu werden, wenn ich immer das gleiche machen sollte, weil es ein paar Hunde noch immer nicht konnten. Wenn ich mich endlich hinlegen und träumen konnte, wurde ich schon wieder gerufen. Na ja, da habe ich halt nicht so gut gehört und dann gab es wieder Einzelunterricht für mich. Also, alles was so lange dauert ist echt fad und macht keinen Spaß mehr. Ja und dann kam der Tag, wo alles auf einmal in der Hundeschule alles anders war und anders roch. Sie haben geweint und ich sollte auf einmal mit der Monika arbeiten, das war mir aber überhaupt nicht recht. Die Monika gehört in die Welpenschule zum Spielen, aber doch nicht zum Arbeiten. Arbeiten will ich nur mit Adi und der hat mich auf einmal im Stich gelassen und ist nicht mehr gekommen. Mein Frauchen hat gesagt, dass er jetzt tot ist und nie mehr kommt. Wir mussten dann auch auf das Begräbnis gehen und alle Hunde und Hundeführer standen Spalier. Ich wurde von allen gelobt, weil ich so brav war und so majestätisch gesessen bin. Mein Frauchen sagte, ich habe ausgesehen wie die Sphinx. Aber bevor wir zum Begräbnis fuhren, waren wir noch laufen. Allerdings habe ich da etwas missverstanden, denn ich bin erst nach einer halben Stunde wieder zu Frauchen zurückgekommen und war fürchterlich nass und dreckig, weil ich durch das lange und nasse Gras der Wiesen und Felder gelaufen bin. Sie hat mich schon überall gesucht und ein Jäger hat ihr auch suchen geholfen. Der Jäger war auch sehr böse, weil ich davongelaufen bin. Es war doch so lustig, einfach die Vögel herumzujagen. Ich durfte dann sehr lange nicht mehr ohne Leine gehen, aber davon erzähle ich euch später. Jetzt wisst ihr, warum ich beim Begräbnis so brav war, eben weil ich Frauchen davor so geärgert habe. Dabei wäre ich am liebsten davon gelaufen, weil mich ständig alle Leute angreifen wollten und ich mag das doch überhaupt nicht. Frauchen hat einmal gesagt, sie sollen doch die Hunde rechts und links von mir angreifen, einen deutschen Schäferhund und einen Rottweiler. Das wollten aber die Leute nicht, weil sie meinten, die sind nicht so kuschelig und schauen auch nicht so lieb aus wie ich. Wenn die wüssten, wie ich böse sein kann, aber wie gesagt, ich durfte mein Frauchen da nicht noch mehr verärgern und musste somit sehr brav sein. Wir waren aber dann im Mai und Juni nicht mehr viel auf dem Abrichteplatz, weil mein Frauchen ständig etwas anderes zu tun hatte und dann ist sie gleich zweimal ohne mich für eine ganze Woche weggefahren. Da habe ich ihr aber gezeigt, wie böse ich sein kann. Ich habe ihr ganz einfach nicht mehr gefolgt. Ich war zwar nicht schlimm, aber ich habe ihre Kommandos nicht so befolgt, wie ich sollte, z.B. habe ich bei „Platz“ „sitz“ gemacht, bei „hier“ bin ich einfach nicht gekommen und lauter solche Sachen halt. Da hat Frauchen gesagt, es ist alles sinnlos, wir brauchen überhaupt nicht mehr auf den Abrichteplatz gehen und auch nicht zur Prüfung antreten, denn da haben wir beide nur Frust. Die pubertäre Phase sei bei mir sehr spät und auch noch zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gekommen. Eines Tages, es war sehr heiß, packte Frauchen einen Rucksack und mich ins Auto und ab ging es. Allerdings nicht sehr weit. Auf dem Parkplatz haben bereits meine Schwestern und mein altes Frauchen und ihre kleine Tochter gewartet und dann kamen noch andere Leute und Hunde. Auch mein Bruder Cyrano kam. Wir hatten uns somit wieder zu dem versprochenen Pudelwandertag getroffen. Es war ein wunderschöner Tag, aber Cyrano ist vielleicht eine ungezogene Rübe, da bin ich ja ein Engel dagegen. Er hat mich ständig angeknurrt und angebellt und er ist auch so unhöflich seinen Schwestern gegenüber. Er wollte uns nicht über Brücken lassen, hat andere Hunde verbellt und lauter solche Sachen, die sich wirklich nicht gehören. Mein Frauchen hat gesagt, wenn ich das machen würde, dann würde sie aus mir Hackfleisch machen. Ich glaube ihr das sofort, weil sie keine ungezogenen Hunde mag. Ich musste auch ständig auf meine kleine Freundin Nadja aufpassen. Die ist so lieb und klein und was da alles passieren kann. Es ist wirklich besser, wenn ich ihr nicht von der Seite weiche. Meine beiden Frauchen haben gesagt, dass das süß ist, wie ich nicht von Nadjas Seite weiche und so lieb bin und „Herzerl“ in den Augen habe. Ich verstehe sie wie üblich nicht, die reden immer so komische daher. Leider geht jeder schöne Tag einmal zu Ende, aber sie wollen im Herbst noch einmal so eine Wanderung machen. Hoffentlich stimmt das auch. Nach diesem Wandertag war ich wieder brav und lieb und habe angefangen wieder schön langsam zu hören. Auf einmal hat Frauchen schon wieder ihren Koffer gepackt und ist einfach verschwunden. Es sollte aber noch viel schlimmer kommen, sie kam nämlich nicht mehr nach Hause. Alle haben gesagt, sie ist auf Kur. Mich hat sie nicht mitgenommen. Ich glaube schon fast, dass sie mich nicht mehr lieb hat. Das Fressen hat mir nicht geschmeckt und alle haben sich sehr mit mir beschäftigt, sogar bürsten habe ich mich lassen und nicht einmal dabei geknurrt. Es macht wirklich keinen Spaß, wenn Frauchen nicht zu Hause ist, auch wenn ich dafür lauter gute Sachen bekomme, damit ich wenigstens etwas fresse. Eines Tages haben sie mich ins Auto gepackt und wir sind ganz weit gefahren und später auf einem Parkplatz vor einem großen Haus ausgestiegen. Auf einmal war mir, wie wenn mich mein Frauchen gerufen hätte. Da noch einmal! Jetzt konnte mich aber keiner mehr halten und ich bin gerannt, so schnell wie noch nie und endlich hatte ich mein Frauchen wieder. War das eine tolle Begrüßung. Ich habe sie aber auch nicht mehr aus den Augen gelassen, damit sie mir nicht wieder entwischen kann. Trotz dieser fürchterlichen Autofahrt war es ein wunderschöner Tag, weil sie mit mir auf den Kreuzkogel mit 2686m hinauf ist und dort gab es noch so wahnsinnig viel Schnee und ich durfte herumtoben. Ich habe dort auch einen Freund gefunden, der mit mir spielte. Das war richtig toll. Aber leider geht jeder schöne Tag zu Ende und ich wurde ins Auto gesetzt, aber mein geliebtes Frauchen fuhr wieder nicht mit. Ich war ja so traurig, dass ich nicht einmal schlafen konnte, obwohl ich doch so müde gewesen wäre. Ein paar Tage später, wie ich ganz toll traurig war, kam auf einmal mein Frauchen bei der Tür herein. War das eine Freude. Ich habe sie überhaupt nirgends alleine hingehen lassen, damit sie mir nicht wieder davonläuft. Am Nachmittag sind wir dann spazieren gegangen und ich durfte endlich nach sehr langer Zeit wieder einmal ohne Leine gehen. Es war herrlich und Frauchen freute sich auch, aber leider kam mir der Geruch eines Hasen in die Nase und schon war ich wieder weg. Mein Frauchen hat zwar gerufen, aber ich konnte nicht aufhören zu laufen. Meine Beine gehorchten einfach nicht. Das kann Frauchen aber nicht verstehen und war bitterböse, als ich nach einer halben Stunde wieder zu ihr kam und im Schatten wartete. Seit diesem zweiten Ausrutscher darf ich nicht mehr ohne Leine gehen. Ich sage euch, das ist auch nicht lustig. Wir waren wieder einmal zur Schönheitspflege bei meinem alten Frauchen und da haben sie mich ständig angeschaut und etwas über eine Ausstellung und von Zuchttauglichkeitsprüfung gesprochen. Ich habe zwar keine Ahnung, was das ist, aber irgendwann werden sie es mir schon sagen. Sie haben immer gesagt, was ich für schöne Kinder haben werde und Frauchen will dann einen Sohn von mir dazu nehmen. Also ich habe ja keine Ahnung, was die beiden da wieder aushecken. Am Besten wird es sein, wenn ich mich überraschen lasse. Die nächsten Tage wurde ich ständig gebürstet und ich durfte nicht in der Wiese herumtollen, das war nicht lustig und als Krönung des Ganzen musste ich wieder Auto fahren. Am Ziel unserer Reise haben schon viele Hunde und auch mein altes Frauchen und meine Schwestern gewartet. Hier konnte ich am ersten Tag nicht so viel machen, weil ich ständig an der Leine war, aber wir blieben ja noch länger und am Samstag war es dann ganz toll. Ich musste zwar zuerst im Kreis laufen und zwei Frauen haben mich überall angegriffen, sogar meine Zähne waren nicht vor ihnen sicher, aber sie waren scheinbar ganz mit mir zufrieden und Frauchen auch, denn jetzt konnte ich wieder ohne Leine sausen. Ich habe viele vierbeinige und auch zweibeinige Freunde gefunden und es war so richtig lustig. Am Nachmittag haben Frauchen und ich auch noch bei einem Turnier mitgemacht. Das war vielleicht lustig und ich habe sogar einen Pokal gewonnen. Echt super und fotografiert bin ich worden und überall gelobt, weil ich so ein braver und lieber Hund bin und nicht belle. Ich muss aber schon sagen, da gab es so kleine quietschende und bellende Nervensägen, also lange würde ich die nicht aushalten, da müsste ich einmal Klartext mit denen reden. Echt, so zu keifen, wenn ein anderer Hund in die Nähe kommt, das ist echt nicht normal. Leider gehen so schöne Tage alle einmal zu Ende, aber der nächste Pudelwandertag ist schon wieder in Planung und darauf freue ich mich schon sehr. Frauchen sagt zwar, wenn wir auf die Luisenhöhe gehen, dann müssen wir an die Leine, aber das wird schon nicht so schlimm werden. Gestern hätte wieder die Hundeschule angefangen, aber Frauchen und ich haben geschwänzt, weil es so geschüttet hat. Sie meinte, wir sind schon alte Hasen und am ersten Tag wenn die „Neulinge“ kommen, brauchen wir nicht dabei sein. Nächsten Samstag gehen wir aber auch nicht, denn da müssen wir endlich wieder Herrchen nach Hause holen, damit er noch mit mir spielen kann, bevor die Ferien wieder vorbei sind. Die Zeit verging im Flug, wir sind viel gewandert und haben tolle Ausflüge gemacht, aber auch im Garten musste ich immer wieder sehr fleißig helfen. Ein besonders schöner Tag war, wie mich meine Freundinnen und meine Schwestern zu Hause besucht haben. Ich kann Euch sagen, da haben die Nachbarn ganz schön geschaut, wie sie so viele schöne und große Hunde auf einmal gesehen haben und keiner hat gebellt und gerauft. Wir waren alle lustig und haben viel gespielt. Richtig glückliche Hunde eben. Auf einmal war es schon nicht mehr so schön und auch viel kühler. Es kam wieder einmal ein „Tag der Schönheitspflege“, weil eine Ausstellung in Graz war. Diese Ausstellung war ganz anders, als die, wo ich früher schon war. Hier war alles ruhig und die Menschen freundlich. Ich durfte mich bewegen und musste nicht still auf meinem Tisch sitzen. Auch die Richterin war ganz lieb, obwohl sie sehr genau war. Nachdem ich begutachtet worden bin und die Richterin ganz begeistert von meinen Haaren war, mussten wir ziemlich lange warten. Auf einmal wurden wir aufgerufen, aber mein Frauchen reagierte zuerst gar nicht. Erst als wir noch einmal aufgerufen wurden, ging sie noch einmal mit mir in den Ring. Sie war ganz aus dem Häuschen und wollte gar nicht glauben, dass ich ein CACIB als Bewertung hatte. Das muss aber etwas ganz Besonderes sein, weil mein Frauchen und auch mein altes Frauchen und alle anderen ganz aus dem Häuschen waren und mich ständig angeschaut, mich gestreichelt haben und mir viele Leckerlis gaben. Normalerweise sind sie nämlich mit Leckerlis nicht so freigiebig. Meine Schwester Chanel wurde auch noch Tagessiegerin, als die schönste Hündin dieser Ausstellung. Ich sage euch, meine Schwestern, meine Freundinnen und ich haben ganz viele Pokale mit nach Hause genommen. Wir waren wirklich ein tolles Team und alle waren begeistert und wir wurden von vielen Menschen bestaunt und fotografiert. Wieder zu Hause vergingen die Tage mit Spielen, wandern und Abrichteplatz wie im Flug und es regnete immer mehr und wurde immer kühler. An einem kalten und sehr regnerischen Tag hatten wir endlich unsere BGH-1 Prüfung. Mein Frauchen war ja sehr skeptisch ob wir überhaupt antreten sollten, wo es doch so regnet und ich mich ja nicht ins nasse Gras legen mag. Aber schlussendlich wurde sie von allen überredet und dann marschierten wir gemeinsam mit Leon dem dt. Schäferrüden und seinem Frauchen in den Ring, um uns beim Richter zu melden. Der Richter war mir nicht sehr sympathisch und den riesigen Schirm, welchen er mit sich herumschleppte, hat mir auch nicht gefallen und so habe ich gebellt. Ich habe aber gleich gemerkt, dass das nicht gut war, denn Frauchen wurde ganz starr neben mir. Und dann sind wir halt marschiert. Ehrlich gesagt bin ich wirklich ohne Begeisterung mitgetrottet, aber was tut Hund nicht alles für sein Frauchen. Der Richter hat zwar immer wieder abfällige Bemerkungen gemacht, aber im Endeffekt haben wir die Prüfung mit gut bestanden und ich konnte endlich wieder ins trockene Auto verschwinden und musste nicht mehr im Regen herumstehen. Alle Freunde am Platz haben aber noch gesagt, dass ich trotz des strömenden Regens richtig majestätisch war. Ich hoffe, dass das etwas Gutes bedeutet hat. Frauchen hat mir dann später viele Leckerlis gegeben und gesagt, dass sie froh ist, dass wir die Prüfung so gut bestanden haben und dass uns jetzt bei diesem scheußlichen Wetter die Winterpause richtig gut tun wird. Eines Tages durfte ich während einer Regenpause in den Garten hinaus und da habe ich im Gras so gute Sachen gefunden, die ich alle gefressen habe. Mein Frauchen hat aber davon nichts bemerkt, dass habe ich nämlich ganz schlau angestellt. Hätte sie es gesehen, wäre sie wieder böse geworden und hätte mir alles weggenommen. In der Nacht wurde mir aber so schlecht und ich musste immer wieder erbrechen und bekam ganz tollen Durchfall. Mein Frauchen sagte immer, sie versteht das nicht, wo ich dich nur mein normales Trockenfutter und sonst nichts zu fressen bekommen habe. Wenn die wüsste, was ich im Garten alles gefressen habe. Mir wurde aber immer schlechter, ich kotzte nur mehr und hatte ständig Durchfall. Ich wurde auch immer schwächer und auf einmal sagte mein Frauchen: „So, jetzt reicht es, wir gehen sofort zum Tierarzt!“ und packte mich zusammen. Der Tierarzt untersuchte mich lange und gab mir dann Injektionen und für zu Hause Tabletten mit. Mein Frauchen sollte ihn am nächsten Morgen gleich wieder anrufen und sagen wie es mir geht. Die Nacht war noch schlimmer, als die vorige. Ich konnte nichts mehr fressen und trinken, Durchfall und Erbrechen wechselten sich ständig ab und ich war auch schon so schwach, dass ich nicht mehr stehen konnte. Mein Frauchen lag die ganze Nacht bei mir und war schon sehr verzweifelt. Am nächsten Tag musste ich wieder zum Tierarzt, dort bekam ich dann Infusionen und wieder Injektionen. Der Tierarzt sagte zu meinem Frauchen, dass ich vergiftet worden bin. Er wollte wissen, ob ich irgendwo etwas gefressen haben könnte. Frauchen sagte, wenn, dann kann es nur ihm Garten gewesen sein, denn sonst war er nirgends alleine. Wenn die wüsste, dass es wirklich so war. Der Tierarzt sagte zu meinem Frauchen, er hat alles gemacht, was er konnte, jetzt können wir nur mehr hoffen, dass die Medikamente helfen und ich wieder gesund werde. Zu Hause wollte ich nur auf meinen Lieblingsplatz unter den Esszimmertisch, wo ich dann auch stundenlang lag und mich nicht mehr rührte. Ich war schon so schwach, dass ich nicht einmal mehr meine Augen öffnen oder gar den Kopf bewegen konnte. Alle saßen bei mir am Boden und weinten und streichelten mich. Besonders schlimm war es mit meinem Herrchen, der konnte sich überhaupt nicht mehr beruhigen. Er legte sich ganz nahe zu mir, dass ich mich richtig ankuscheln konnte und dann bin ich eingeschlafen. Als ich wach wurde, wollte ich mich strecken und durstig war ich auch. Ich habe dann versucht, aufzustehen, aber das ging nicht, weil ich noch zu schwach war, aber den Kopf konnte ich heben. Auf einmal haben alle durcheinander geredet, geweint und gelacht und gesagt, er schafft es. Frauchen hat mir dann ein etwas Cornflakes mit Joghurt gefüttert. Sie hat mir immer wieder ein bisschen in mein Maul geschoben und beim Trinken hat sie mir meinen Kopf gehalten. Später wurde ich dann in den Garten getragen, damit ich mein „Lackerl“ machen konnte, aber sogar dabei musste mich Frauchen halten, weil ich sonst umgefallen wäre. Meine Beine waren ja so schwach und zittrig, dass könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Die ganze Nacht habe ich sehr gut geschlafen und am Morgen bin ich sogar schon selber aufgestanden, zwar noch etwas wackelig, aber ich bin ganz alleine gestanden. Es ging mir dann wieder mit jedem Tag besser und ich bekam auch nur ganz gute und spezielle Sachen zu fressen, wie Reis, Nudeln, Hühnerfleisch und Karotten. Ich musste zwar noch immer meine Tabletten nehmen und bekam auch noch vom Tierarzt Injektionen, aber es wurde immer besser. Eines Tages fuhren Frauchen und Oma schon zeitig in der Früh fort und ich war mit Herrchen ganz alleine zu Hause. Als sie am späten Nachmittag wieder kamen, waren sie nicht alleine. Sie haben mir einen kleinen tollpatschigen Spielgefährten mitgebracht. Die kleine Rübe heißt Boris und ist ein Schwarzer Terrier. Viele Leute sagen auch, ein russischer Terrier oder Russe zu ihm. Er war ja recht lieb, aber auch furchtbar lästig. Ich wollte viel schlafen, weil ich ja noch nicht ganz gesund war, aber der wollte ständig bei mir sein. Ich sage euch, es ist schlimm, wenn man ständig belästigt wird, sogar auf meinem Schlafplatz hatte ich keine ruhe mehr. In der Nacht war er aber ein ordentlicher Besen, der ständig geheult hat und auf meinem Platz vor Frauchens Bett liegen durfte. Da war ich aber ziemlich böse auf mein Frauchen. Wie es mit diesem kleinen, schwarzen Fellknäuel und mir weitergegangen ist, das erzähle ich euch aber in einer anderen Geschichte. |
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