Schwarzer Terrier
 

 


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Er ist eine Spezialzüchtung des russischen Zwingers „Roter Stern“ (rote Armee) zur Bewachung von Kasernen und Gefängnissen.

 Schon vor der Revolution von 1917 wurden verschiedene Rassen wie z. B. der Zentral-Asiatische Schäferhund, der Kaukasísche Schäferhund, der Russische Wolfshund und der Süd-Russische Schäferhund durch unprofessionelle und unkontrollierte, aber auch durch professionelle Züchter gezüchtet.

 1924 erließ der revolutionäre militärische Rat eine Resolution, die besagte, dass Hunde für den militärischen Zweck benutzt werden sollten.

Nach dem Krieg sank die Zahl der Patrouillenhunde, obwohl noch immer großer Bedarf im ganzen Land vorhanden war. Sofort nach dem Krieg wurde der Zwinger „Roter Stern“ durch die Regierung angewiesen, Wachhunde auszubilden. Diese Wachhunde sollten Eigentum in den verschiedensten klimatischen Bereichen des Landes schützen.

In der ehemaligen Sowjetunion gab es zu diesem Zeitpunkt keine universelle Hunderasse, außer dem Ostdeutschen Schäferhund, der auch im rauen Klima des Landes eingesetzt werden konnte. 

Während des Krieges wurden Hunde eingefangen, unter anderem Neufundländer, Rottweiler und Riesenschnauzer. Es war aber nur eine geringe Anzahl an Hunden zum Züchten vorhanden. Es sollte aus diesen Rassen ein „besonderer“ Hund gezüchtet werden, welcher groß, aggressiv und einfach zu führen war.

Am Anfang wurden durch Kreuzen einige neue Zuchtgruppen geschaffen, von denen auch heute noch der „Moskauer Wachhund“ und der „Schwarze Russische Terrier“ existieren.

Der Schwarze Terrier kam durch zielorientiertes Züchten zustande. Er vereint die Unkompliziertheit und Tapferkeit des kaukasischen Schäferhundes, die Durchtriebenheit und den Erfindungsgeist des Riesenschnauzers, die Energie und Raserei des Rottweilers, die Würde und Selbstbeherrschung des Neufundländers und die Gemütsverfassung und Lebhaftigkeit des Airedale Terriers in sich.

Es wurden daher im Zwinger „Roter Stern“ folgende Rassen miteinander gekreuzt:

·        Osteuropäischer Schäferhund + Neufundländer

·        Bernhardiner + Kaukasischer Schäferhund

·        „Deutscher Hund“ + Osteuropäischer Schäferhund

·        Neufundländer + Kaukasischer Schäferhund

·        Riesenschnauzer + Airedale Terrier

·        Riesenschnauzer + Rottweiler

Besondere Beachtung fanden dabei Riesenschnauzer, Rottweiler und Airedale Terrier, weil diese drei Rassen die Fähigkeiten hatten, die man durch Züchtung gerne in einer Rasse vereint haben wollte.

Die russische Armee stellte die Zucht des Schwarzen Terriers, der vielseitig einsetzbar, stark und couragiert war, bald ein. Der Schwarze Terrier benötigt mehr Pflege und braucht ca. 3 Jahre um voll einsetzbar zu sein. Somit waren der Aufwand und die Ausbildung zu hoch und zu teuer, als es bei anderen Arbeitshunderassen der Fall war. Für den „normalen“ Hundebesitzer war der Schwarze Terrier aber damals viel zu „scharf“.

In den fünfziger Jahren wurden Welpen und Hunde auch an private Hundeliebhaber abgegeben und waren dann bald in verschiedenen russischen Städten zu sehen. Es war eine große Ehre, einen Schwarzen Terrier aus dem Zwinger „Roter Stern“  zu bekommen. Bald darauf kamen die Hunde auch noch nach Finnland, Polen und Ungarn, wo jetzt noch immer gezüchtet wird.

Die typischen Merkmale, die heute einen Schwarzen Terrier ausmachen, wurden erst viel später von den Züchtern entwickelt (Schönheit, Haarkleid, etc.), da sie für den Dienst beim Militär nicht wesentlich waren.

Der Rassestandard änderte sich, als diese Hunde für Intelligenz, Lernfähigkeit, Wesensstärke und Loyalität gezüchtet wurden. Heute ist der Schwarze Terrier vom Charakter unverdorben, liebenswürdig und zuverlässig, wodurch er zu einem besonderen Familienhund wurde.

Es ist die jüngste Russische Rasse. Sie wurde am 13. Mai 1981 vom russischen Landwirtschaftsminister anerkannt.

Den gültigen Originalstandard bekam der Schwarze Terrier am 29.9.1983 und die genauen Rassemerkmale sind im FCI-Standard Nr. 327 nachzulesen.

FCI-Klassifikation: Gruppe 2, Pinscher u. Schnauzer – Mollosser und Schweizer Sennenhunde

Sektion: 1.4 Tchiorny Terrier (Schwarzer Terrier)

Der neueste Zuchtstandard wurde 1992 vom Zwinger „Roter Stern“ und vom Central Club of Service Dogs genehmigt. Der neue Standard unterscheidet sich vom FCI-Standard in den Höhenparametern.

Interessant ist auch, wie viele Namen der Russische Terrier hat. Lt. FCI-Standard ist er ein Schwarzer Terrier, in Deutschland wird er Schwarzer Russischer Terrier genannt, er heißt auch Schwarzer Russe und unter Liebhabern dieser Rasse wird er auch als „Russische Perle“ bezeichnet.

Egal, wie immer man diese Rasse auch nennen will, eines ist sicher, die Eigenschaften dieses Hundes sind einmalig und sprechen für sich!

Tatsache ist, dass der Schwarze Terrier keine Haare verliert und dadurch schon viele Probleme, die es mit anderen Hunderassen gibt, gar nicht entstehen können.

Der Schwarze Terrier ist sehr auf seine Familie bezogen, wobei er aber ein Familienmitglied als „Chef“ bevorzugt. Wenn er die Wahl hat, sich mit anderen Hunden oder seiner „Familie“ zu beschäftigen, dann wird er sich für die „Familie“ entscheiden. Er verteidigt seine „Familie“ in allen Gefahrensituationen, ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben. Das Verhalten des Schwarzen Terriers ist am Besten mit „lasst mich und meine Familie in Ruhe, dann lasse ich euch auch in Ruhe“, zu beschreiben.

Er ist sehr ruhig und ausgeglichen, fällt nur durch seine imposante Erscheinung, aber nicht durch sein Verhalten (negativ) auf. Spielen und toben mit der Familie ist für Schwarze Terrier das Größte.

Der Schwarze Terrier ist sehr intelligent und gelehrig und will beschäftigt werden. Er braucht bei der Erziehung viel Liebe und Konsequenz, aber keine unnötige Härte. Er ist kein Hund den man mit 0815-Drill erzieht und auch kein Zwingerhund, sondern braucht das Umfeld seiner Familie um sich entsprechend entwickeln und entfalten zu können.

Autor: Elfriede Kammerer-Himmetsberger unter Einbeziehung einschlägiger Literatur von Tatjana Demchuk (Kiew) und FCI-Standard.